Create our future!
Kongress der Deutsch-Japanischen Jugendgesellschaft e.V.
Die Medienwerkstatt der Immanuel-Kant-Schule Bremerhaven hat vom 12.-21. August am Youth Summit der DJJG in Tokyo teilgenommen und organisiert zusammen mit Martin Kemner (afz-TheaTheo) gerade ein Online-Netzwerk zu Fragen der Zukunft, die in einem weiteren Filmprojekt thematisch verarbeitet werden.
Wir haben auf http://www.youtube.com/theatheobhv einen Tubenkanal eingerichtet, Dort finden sich Videobotschaften zum Thema.
What have we done? Immanuel-Kant-Schule at DJJG Youth Summit 2009
Unsere aktuellen Filme gedreht im August auf dem Youth Summit:
Unser Projektentwurfsskizze:
Unser Leben ist die verworrene Antwort auf Fragen, von denen wir vergessen haben, wo sie gestellt wurden.” (Frei nach Peter Sloterdijk)
Der Prozess der Zivilisation verläuft blind. (Norbert Elias)
Schulkulturprojekt auf dem Deutsch-Japanischen Youth-Summit 2009 in Tokyo
Der Stein kam mit dem Gewinn des “Excellent Award” auf dem Tolyo Video Festival am 1. März 2009 ins Rollen. Eine kleine Schüler-Delegation der Immanuel-Kant-Schule Bremerhaven fuhr nach Japan, um die Auszeichnung für den Film “Denk Mal – Mahn Mal” über das “Denkmal für die ermordeten Juden Europas” entgegenzunehmen.
Für die jungen Schüler der Sekundarschule aus Bremerhavens Stadtteil Grünhöfe war dies eine aufregenden Angelegenheit, waren sie doch stellvertretend für ihre Klasse auf kultureller Entdeckungsreise. Als Botschafter Ihrer Schule nahmen Sie in Japan auf dem Festival Kontakte mit dem Nagano Prefecture Azusagawa High School Broadcast Club und Municipal Shonandai Junior High School Arts and Literature Club auf.
Bei einem Termin mit Dr. Schmelter, Institutsleiter des Goethe-Instituts Tokyo, wurden Möglichkeiten eines möglichen weiteren Austausches erörtert.
Die Medienwerkstatt der Immanuel Kant Schule ralisiert zusammen mit dem Filmemacher Martin Kemner auf dem Youth Summit 2009 zu dieser Thematik ein neues Medienprojekt .
Gestalte unsere Zukunft! ist eine mediale Annäherung an die Frage nach Vision und Wirklichkeit, auch nach Vision und Wahrheit. Sie berührt die Vorstellung von Zukunft und stellt sich der Frage nach deren Einlösung,
Im Kontext des deutsch-japanischen Austausches wird sich das Projekt der kulturellen Verschiedenheit der beiden Kulturkreise stellen, um herauszufinden, wie die bisherigen eigenen Wege eine Orientierung für die Zukunft ermöglichen.
Als Medienprojekt stellt es sich reflexiv die Frage, in wie weit die medialen Entwicklungen der letzen beiden Jahrzehnte gerade junge Menschen ermutigt, globaler zu denken und zu handeln, vorallem auf dem Hintergrund eines Generationswechsels von epochalem Ausmaß. Die erste native Generation des globalen Internetzeitalters hat in der Praxis vielleicht unter einander weniger “kulturelle” Differenzen als etwa zu ihrer Eltern-Generation.
Wir möchten in kurzen Interviews mit jungen Menschen herausfinden, wie sich mögliche Zukunftsvisionen gestalten.
Wir möchten in kurzen Interviews mit älteren Menschen herausfinden, ob sich deren frühere Zukunftsvorstellungen eingelöst haben.
Wir fragen nach den großen Herausforderungen für die Menschheit (Klima, Ernährung, Mobilität, Politik, Forschung).
Wir diskutieren “philosophische/historische” Zukunft-Leitbilder aus beiden Kulturen.
Wir suchen nach Orten, nach “Entwicklungsabteilungen” für die Zukunft,
Wir suchen nach Bildern, in denen sich die Entwicklung von Zukunft spiegelt.
Wir untersuchen die Instrumente, mit denen sich die “Suche nach der Zukunft” einfangen lässt.
Wir planen eine Medien-Performance auf der Basis unseres Moving Solar Orchestras – einer musikalischen Dramatisierung eines Zukunftsforschungslabors. Kleine elektronische Schaltungen erzeugen rudimentäre Klangwelten in Interaktion mit Wind und Licht. Roboinsekten treffen auf Gemüse, dass in elektrische Schaltkreise integriert ist. (Zur Ansicht: http://iks-medien.de/?page_id=1380 Video: http://iks-medien.de/?page_id=1451 )
Während der Konferenz in Japan erarbeitete Audio- und Videosequenzen werden in diese Performance eingebettet.
Darüberhinaus kann die Bremerhavener Gruppe neben der Mitwirkung im “Create Our Future-Filmprojekt” auch Unterstützung bei der Videodokumentation auf dem Summit anbieten.
Die Immanuel-Kant-Schule Bremerhaven ist eine Sekundarschule und liegt in einem sozialen Brennpunkt der Stadt Bremerhaven. Grünhöfe ist ein Stadtteil gekennzeichnet von einem hohen Migrationshintergrund. Die Medienwerkstatt an der Kant-Schule hat sich mit ihren Projekten stets drängenden aktuellen Fragen gestellt. Über die Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement und der Stadtteilkonferenz ist es zunehmend gelungen. Projekte mit überregionealer Ausstrahlung zu entwickeln. In den vergangenen Jahren war die Kant-Schule auf vielen wichtigen deutschlandweiten Kongressen mit ihren kulturellen Projekten vertreten. Neben zahlreichen regionalen Auszeichnungen wurde der “Kinder zum Olymp!” – Preis für herausragende kulturelle Bildung zweimal in Folge gewonnen. Die Kant-Schüler haben Aufführungen unter anderem auf dem Ganztagsschul-Kongress der Deutschen Kinder-und Jugendstiftung in Berlin, dem Kongress des Deutschen Ganztagsschulverbandes in Bremen oder auf dem Reichstag in Berlin anlässlich einer Preisverleihung gestaltet. Dabei wurden Musikperformances, Tanztheater, afrikanische Rhythmen, Musiktheater oder Videoinstallationen/Filme zur Aufführung gebracht. Schülerpartizipation ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in der Medienwerkstatt. Gerade haben Schüler gleich zwei Förderungen im Projekt PLUSPUNKT KULTUR des BKJ e.V. gewonnen.
Im Bereich der kulturellen Bildung war die Immanuel-Kant-Schule zusammen in der Kooperation mit der Anne-Frank-Schule (Schule für Entwicklungsstörung) über 3 Jahre an der Entwicklung von Qualitätsstandards aktiv beteiligt. Inzwischen ist aus der “grauen Maus” des Stadtteils eine Schule mit positiver Ausstrahlung für den Stadtteil geworden. Zahlreiche Kunstaktionen der vergangenen Jahren haben im Stadtteil ihre Unterstützung gefunden.
Infos zu Projekten auf der schülerorientierten Internetseite der Medienwerkstatt der Schule:
http://iks-medien.de
Die Medienwerkstatt wird geleitet von Jens Carstensen, Infos: http://jens-carstensen.de
Martin Kemner dokumentiert seine künstlerischen,theater- und medienpädagogischen Konzepte unter http://www.kemner-net.de/blog/
Neue Infos aus Tokyo:
Japan | 04.11.2009
Im Sommer haben wir im Rahmen des Projektes “Create Our Futur” ein Interview mit dem Botschafter Deutschlands in Japan geführt. Jetzt nimmt er in Tokyo Abschied
Eine Karriere im Land der aufgehenden Sonne
Für den scheidenden Botschafter ist Japan längst zur zweiten Heimat geworden.36 Jahre ist es her, dass Deutschlands scheidender Botschafter in Tokio, Hans-Joachim Daerr, zum ersten Mal als Diplomat in Japan zum Einsatz kam. Seitdem hat sich viel im Land der aufgehenden Sonne verändert.
Nicht nur im Regierungsviertel Kasumigaseki werden in diesen Tagen Schlüssel getauscht und Büros geräumt, Kofferpacken ist auch in der Residenz des Deutschen Botschafters in Tokio angesagt. Mit Hans-Joachim Daerr macht sich dabei ein Mann auf die Heimreise, der insgesamt gut zehn seiner fast vierzig Karrierejahre im Diplomatischen Dienst im Land der aufgehenden Sonne verbracht hat. Deutschlands Chefdiplomat in Fernost verlässt dabei ein Land mitten im politischen Wandel.
Zum Artikel: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4860278,00.html
Gewandelt hat sich auf den ersten Blick auch das Gesicht des Landes, seit der junge Diplomat 1973 seinen ersten Dienst im Generalkonsulat Osaka-Kobe antrat. Aber Daerr hat gelernt auch hinter die Fassade zu schauen, was ihn zu der Feststellung führt, dass Japan nach wie vor ein Land sei, “das nur äußerlich so ganz westlich ausschaut und dahinter immer noch sehr asiatisch ist“.
Vielleicht könnte das Tempo des Wandels in Zukunft etwas geringer ausfallen, da Japans Jugend inmitten der Globalisierungswelle immer seltener den Sprung ins Ausland wagt. So weist Daerr darauf hin, dass die junge Generation zwar ebenfalls auslandsinteressiert sei, dass das Interesse, auch unter gewissen Schwierigkeiten ins Ausland zu gehen, aber nachlasse.
Verändert hat sich in diesen 36 Jahren, seit Daerr zum ersten Mal nach Japan kam, zudem die Präsenz und Stellung Deutschlands. Insbesondere unter der neuen Regierung Hatoyama richtet sich der Blick stärker auf die asiatischen Nachbarn. Dies hänge laut Daerr mit Veränderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft Nippons zusammen. So lasse die Präsenz Deutschlands und Europas insgesamt nach, “weil viele andere, viele wichtige neue Spieler im unmittelbaren Umfeld Japans aufgewachsen sind.“
Turbulenzen und ein neu besetztes Cockpit
Asien wird nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich zu einem immer wichtigeren Partner für Japan, was insbesondere bei der Bewältigung der aktuellen Wirtschaftskrise eine wichtige Rolle spielt. Hier sieht Daerr, ohne Entwarnung zu geben, erste Zeichen für ein Ende der Talfahrt: “Ich glaube, Deutschland und Japan, dafür gibt es ziemlich klare Anzeichen, sind aus dem Sinkflug heraus, und es gibt allererste Anzeichen dafür, dass es wieder etwas raufgehen dürfte.“
Die neue Regierung setzt dabei deutliche Akzente, die sie von ihren liberaldemokratischen Vorgängern unterscheidet. So verzichtet sie auf milliardenschwere Großprojekte, die dem Land in der Vergangenheit beispielsweise zahlreiche Straßen ins Nirgendwo beschert haben. Von der Hatoyama-Mannschaft erhofft sich Daerr, “dass sie Schluss machen wird mit diesen übermäßigen und zum Teil auch unsinnigen Investitionen in Infrastruktur, die im Grunde nur der Partei dienen sollten.“
Neuanfang oder Strohfeuer?
Während der letzte Versuch eines Politikwechsels 1993 in einem kurzen Strohfeuer endete, scheinen laut Daerr dieses Mal die Voraussetzungen besser zu sein. Diesmal gebe es in der Bevölkerung einen Willen zum Wandel, so Daerr. Damals habe es sich um ein Intermezzo aufgrund einer Kumulation von Schwächen innerhalb des großen Parteiapparates gehandelt, die zum Zerbröseln der alten Machtkonstellation und dann zu einer Neuordnung geführt hat, die allerdings nicht von Dauer gewesen sei.
Heute liegen die Dinge nach Ansicht Daerrs anders: „Während dieses Mal wirklich ein Mandat erteilt worden ist, in einer durchaus knackigen Weise, von zwei Dritteln für die eine Seite zu praktisch zwei Dritteln für die andere Seite, das ist ja schon eine sehr deutliche Sprache.“ Die nächsten Monate werden nun zeigen, ob diese Sprache von den japanischen Politikern auch verstanden wird.
Autor: Christoph Hendricks
Redaktion: Nicola Reyk


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